Evangelische Kirche in Ober-Ramstadt nach Dachsanierung 2016Ober-Ramstadts evangelische Kirche wurde 1717 nach Plänen von Louis Remy de la Fosse im Stil des Barock erbaut. Dieser stand in Diensten des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt und entwarf auch das Darmstädter Schloss.


Die Kirche ...

Das Innere der Kirche wurde bereits im 18. Jahrhundert verändert. Die Kanzel, die sich zunächst an der südlichen Längswand befand, wurde hinter den Altar versetzt. Damit erhielt man eine achsiale Anordnung Taufstein - Altar - Kanzel - Orgel.

Die Ober-Ramstädter Kirche von 1717 wurde auf den Fundamenten älterer Kirchen gebaut. Die ältesten gefundenen Überreste stammen aus spätkaroligisch-ottonischer Zeit ca. 900 n.Chr.. Diese Vorgängerkirche war vermutlich ein einfacher kleiner Saalbau mit einer Ausrichtung nach Osten.

Altar der Evangelischen Kirche Ober-Ramstadt

Altar der Evangelischen Kirche Ober-Ramstadt

In romanisch-frühgotischer Zeit zwischen 1100 und 1200 n.Chr. wurde die Saalkirche vergrößert und erhielt einen kleinen Chorraum.

Ab ca. 1300 n.Chr. wurde die Kirche gotisch umgestaltet. Der Choraum wurde vergrößert und an der südlichen Seite des Chorraumes ein Wehrturm angebaut. Dieser wurde in späteren Jahren wieder abgetragen und auf der Westseite neu gebaut.

Blick von der Empore der Evangelischen Kirche Ober-Ramstadt Blick in den Kirchenraum der Evangelischen Kirche Ober-Ramstadt Die barocke Kirche von 1717 wurde nochmals nach Osten hin zu einem rechteckigen Grundriss vergrößert. Dazu wurden einige Mauern der alten Kirche wieder verwendet. Der Eingang war zunächst an der südlichen Seitenwand und wurde später nach Westen gegenüber dem Altarraum versetzt.





Offene Laterne des Turms der Evangelischen Kirche Ober-Ramstadt 2015 bis 2016 wurde der Dachstuhl der Evangelischen Kirche saniert, da ein Großteil des vorhandenen historischen Dachgebälks durch früheren Schädlings- und Schimmelbefall so stark geschädigt war, dass die Statik gefährdet wurde.
Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde entdeckt, dass die Laterne des Kirchturms, die in den letzten Jahrzehnten geschlossen war, ursprünglich als offene Laterne gestaltet war. In enger Zusammenarbeit und Absprache mit dem Denkmalschutz wurde die Laterne daher wieder geöffnet.
Vor der Verschmutzung durch Tauben wird hoffentlich der in einem neu installierten Nistkasten im Kirchendach nistende Turmfalke schützen. Auch dieser Dachbewohner samt seinen flüggen Jungvögeln wurde 2015 kurz vor Beginn der Sanierungsarbeiten entdeckt. Die neue Behausung hat er gerne angenommen.

Die Kirche ist auch außerhalb der Gottesdienste sonntags geöffnet. Im Sommer von 14.00 - 18.00 Uhr, im Winter von 14.00 - 16.00 Uhr.

Glocken der Evangelischen Kirche Ober-Ramstadt... und ihre Glocken

Im Turm der Ober-Ramstädter Kirche läuten heute vier Glocken:
e' - g' - a' - h'.

Ober-Ramstädter Kirchenglocken hören auf www.hr-online.de

Die Ewigkeitsglocke mit der Inschrift "O Land, Land, höre des Herrn Wort" (e', 1022 kg),
die Friedensglocke mit der Inschrift "Der Friede des Herrn sei mit euch" (g', 594 kg),
die Gebetsglocke mit der Inschrift "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid" (a', 424 kg) sowie
die Totenglocke mit der Inschrift "Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen" (h', 299 kg).

Alle vier Glocken wurden 1948 neu angeschafft, da zwei der drei vorigen Glocken von 1919 im zweiten Weltkrieg eingeschmolzen worden waren. Das gleiche Schicksal hatten bereits 1917 deren Vorgängerglocken erfahren.
Eine einzige Glocke hat die Jahrhunderte unbeschadet überstanden. Sie ist eine kleine Marienglocke aus dem 15. Jahrhundert mit der Inschrift "Ave Maria gratia plena dominus tecum" ("Gegrüßet seist du, Maria, voller Gnade, der Herr sei mit dir").
Sie erinnert an Wurzeln der Kirche aus vorreformatorischer Zeit. In dieser Zeit war die damals noch katholische Kirche "Unserer lieben Frau" gewidmet.

Wann läuten die Glocken und warum?
Die Glocken begleiten das Leben und das Sterben der Menschen in Ober-Ramstadt.
Es gibt regelmäßige Zeiten, in denen die Glocken läuten und bestimmte Anlässe.
An jedem Werktag um 11.00 Uhr morgens läutet die Gebetsglocke und Montag- bis Freitagabend ruft die Friedensglocke mit dem Abendläuten um 18.30 Uhr zum Gebet auf. Am Samstagabend um 18.30 Uhr läuten die Ewigkeits-, die Friedens- und die Gebetsglocke gemeinsam den Sonntag ein.
An allen Sonn- und Feiertagen läuten alle vier Glocken 10 Minuten lang vor Beginn des Gottesdienstes - meist um 9.35 Uhr, wenn der Gottesdienst um 9.45 Uhr beginnt.Jedes Mal, wenn im Gottesdienst das Vater Unser gebetet wird, läutet die Gebetsglocke.
Bei der Einsegnung der Konfirmandinnen und Konfirmanden ist ebenfalls die Gebetsglocke zu hören.
Bei Trauungen läuten die Friedens- und die Gebetsglocke gemeinsam. Bei Taufen und Andachten läuten diese beiden Glocken gemeinsam mit der Totenglocke.
Nur die Totenglocke läutet mittags um 13 Uhr, wenn am Tag zuvor ein Mensch aus der Gemeinde verstorben ist. Wenn sie mehrfach angeht, sind mehrere Menschen verstorben. Vor einer Trauerfeier läutet eine Glocke 5 Minuten lang und während der Sarg oder die Urne zum Grab getragen wird, läuten noch einmal alle vier Glocken zum Abschied.
Beim Gottesdienst am Gründonnerstag ist das volle Geläut aller vier Glocken ein letztes Mal vor dem Ostersonntag zu hören. Am Karfreitag wird nur zum Gottesdienst mit der Ewigkeitsglocke geläutet. Um 15 Uhr, zur Todesstunde Jesu läutet die Totenglocke. Am Karsamstag schweigen die Glocken.
Im Osternachtsgottesdienst sind wieder alle vier Glocken zu hören.
Alle Glocken läuten auch in der Neujahrsnacht.

Zusätzliche Informationen